18. Juli 2010:
Während in Schottland und Schwarzenberg diverse Geburtstagspartys (Happy Birthday @ Mutti & Basti! )i m Gange sind, schlafen Sophie und ich noch etwas länger aus. Ich traue mich gar nicht, die Aufstehzeit zu nennen. Wir verbringen den verbliebenen Vormittag damit, unser Hostel im Montreal zu buchen. Das ist gar nicht s einfach, weil im Sommer viele Festivals stattfinden und die Hostels entweder richtig teuer oder schon ausgebucht sind. Am Ende werden wir dennoch fündig und ergattern 2 Doppelzimmer in der Altstadt. So ist dann auch gewährleistet, dass ich mit Sophie in keinem 4er-Zimmer nächtigen muss und die Jungs brauchen nach dem anstrengenden Flug in keinen Dorm zu ziehen :-)
Am frühen Nachmittag wandern wir in die Stadt. Anhand der super Walkingtouren erkunden wir erst das Stadtzentrum, also unser „Downtown“, und anschließend machen wir Sightseeing im historischen Westende von St. John’s. In einem Tempel und auf dem Bürgersteig finden wir versteckte Hinweise auf Freimaurerei in Kanada, sehr verdächtig. Wir bewundern den schönen restaurierten Bahnhof und fragen uns, wozu der nötig ist. In Neufundland kann man nämlich nicht per Zug verreisen. Natürlich werden alle Sehenswürdigkeiten fleißig fotodokumentiert.
Nach unserem kräftigen Marsch sind wir hungrig und wollen ins vegetarische Restaurant „Sprout“. Dort angekommen, stellen wir fest, dass es sonntags geschlossen ist. Also Plan B, ab ins Duke und die legendären Fish & Chips ordern. Gesagt, getan. Der Kellner kommt, wir bestellen zwei Pepsi: „Regular and diet, please“. „Single or double shot?“ „Äh, single is enough, tx.“ So groß ist der Durst ja nicht. Kurze Zeit später werden die Getränke geliefert. Sophie kostet und stellt angewidert fest, dass sie Zuckerersatz-Cola trinkt. Mein Glas sieht recht plump aus, hoch wie breit und ist mit extra vielen Eiswürfeln bestückt. Ich schnuppere dran und es riecht verdächtig nach Schnaps! Will der Typ mich abfüllen? Sophie probiert, Differentialdiagnosen werden aufgestellt: Cola light mit kräftig Vodka oder Rum. Wie kommen wir denn dazu? Ich schnappe also das Beweisstück und stelle den Typen hinter der Theke zur Rede. Er ist der festen Überzeugung, wir hätten Coke diet mit Schuss bestellt. Immerhin ist er kooperativ und lässt sich auf einen Handel ein: nettes Lächeln gegen Pepsi light. Er entschuldigt sich für seine Fehlinterpretation unserer Bestellung. Aber ein bisschen grüble ich schon, wie mies meine Aussprache sein muss, dass aus einem „Pepsi diet“ eine Rum-Cola light wird… Bei der nächsten Bestellung (2x große Portion Fish & Chips) fragt er sicherheitshalber mehrmals nach, bis er alles auf seinem Zettel fixiert hat. Das Essen schmeckt super, mal vom Fettgehalt abgesehen. Was soll’s, wir trinken ja beide Pepsi light dazu.
Mit vollem Magen geht’s zurück zum Hatcher. Auf dem Weg überkommt mich das dringende Bedürfnis noch Schwimmen zu gehen, wahrscheinlich inspiriert durch den eben verspeisten Fisch. Also fix den Bikini übergestreift und ab ins Wasser. Heute ist es aber gar nicht so einfach, überhaupt auf einer Bahn Platz zu finden, es herrscht reger Andrang. Irgendwie gelingt es dann doch und ich bin mit meinem fiesen Sodbrennen alleine. Strafe muss eben sein. Nie wieder unternehme ich nach einem reichhaltigen Fischgericht einen Schwimmversuch. Oder ich probiere das nächste Mal wirklich die Rum-Cola-light als Verdauungshilfe…
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