Dienstag, 13. Juli 2010

FlipFlop...Flop...op...



11. Juli 2010:

Wir wollen ausschlafen, soweit der Plan. Gegen 9 bin ich trotzdem putzmunter, die Sonne scheint und unser Zimmer ist bullig warm. Auf Zehenspitzen schleiche ich ins Bad, dennoch wird Sophie munter. Wir beschließen, unser Frühstück nach draußen zu verlegen und wandern zum Signal Hill. Da grandioses Wetter ist, verzichte ich auf meine Wanderschuhe und starte in meinen heiß geliebten FlipFlops. Am Signal Hill angekommen, klettern wir auf einen einsamen Felsen, breiten unsere Picknickdecke aus und essen leckere Blaubeerbagels. Zur Feier des Tages gönnen wir uns Muffins, die vor Öl nur so triefen, schmecken tun sie natürlich klasse. Wir blicken auf den Ozean und suchen nach Walen, natürlich sind ausgerechnet heute keine zu sehen. Nach unserem Frühstück laufen wir auf dem Hiking Trail rund um den Signal Hill. Teilweise ist es hier so windig, dass es uns fast davon bläst. Bloß gut, dass ich den Rucksack mit den Wasserflaschen aufgeschnallt habe! Wir steigen über Felsen, als mich irgendwas am linken Fuß piekst. FlipFlop also aus, klinische Untersuchung, Versuch der Steinextraktion. Kein einfaches Unterfangen, ein Fingernagel geht dabei zu Bruch. Ich will schon aufgeben, da kommt ein Neufundländer "Do you have a mechanical problem?" und schon schnappt er sich meinen Schuh und operiert den Stein aus der Sohle. Na, wer sagt's denn? Weiter geht der Abstieg Richtung Hafen. Wir sehen Whale-Watching-Boote zurückkehren und vermuten, dass ihre heutige Tour bestimmt genauso erfolglos war wie unsere Walsuche. Nur haben wir keine 50 CAD für diese Gewissheit bezahlt. Ganz in Gedanken stolpere ich und es passiert - der rechte FlipFlop reißt. Super, wir sind ja nur noch 7 km vom Hostel entfernt und gerade auf einem steinigen Wanderweg. Aus einer Einkauftüte versuche ich eine notdürftige Rekonstruktion. Der Schuh hält tatsächlich, es sieht etwas abenteuerlich aus, aber den Heimweg muss ich immerhin nicht barfuß bestreiten. Natürlich hat keine von uns irgendwelches Nähzeug dabei, ich werde also meine Clerks mal fragen.
Zum Fußballspiel ziehe ich meine Wandersandalen an (wäre ich vorhin nur auch so klug gewesen) und wir marschieren zünftig ins Haus Corte Real. Dort schauen wir mit vielen anderen Studenten das Finale. In der Halbzeit gibt's kostenlos Pizza und Getränke, was die Enttäuschung über den spanischen Sieg und den FlipFlop-Verlust etwas mildert.
Nach einem sonnenreichen Wochenende suche ich nach einer Abkühlung. Was ist da passender als ein paar Bahnen im Fitti zu Schwimmen? Gesagt, getan. Während Sophie downtown ihre Clerks besucht, springe ich ins kühle Nass. Nach wenigen Minuten verlässt mich meine einzige Mitstreiterin, sodass ich eine 1:1-Überwachung durch eine hochmotivierte Bademeisterin erhalte. Das nächste Mal lasse ich sie zur Abwechslung meine Bahnen zählen, da kann ich mich ganz auf meine Arm-Bein-Koordination konzentrieren :-)


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