Dienstag, 6. Juli 2010

Haunted Hike

5. Juli 2010:

Nach dem awesome Wochenendtrip fällt das Aufstehen am Montagmorgen verdammt schwer. Ich tapse bibbernd trotz Handschuhen zum Krankenhaus. Dort treffe ich gleich 2 neue Residents, meine Clerks haben sich glücklicherweise nicht auch noch vermehrt. Es folgt die übliche Morning-Round, dann geht’s in die Ambulanz. Da ich meine Briefe jetzt (sehr mühselig) selbst diktiere, habe ich weniger Leerlauf zwischen den Patientenkontakten. Ich hoffe, dass diese Schriftstücke erst nach meiner Abreise den Weg zu den Ober-Docs finden. Es könnte sonst etwas peinlich werden. Im medizinischen Fachgesimpel drücke mich immer noch recht einfach und grammatikalisch haarsträubend aus. Die Pronunciation von den Medizinerwörtern ist aber auch zum Zunge brechen!

Am Abend gehe ich mit Sophie zum „Haunted Hike“. Diese Aktivität ist wieder von der Uni organisiert und soll eine Art gruselige Stadtführung bei Nacht werden. Um 9 PM ist Treff am Campus, dann geht’s mit einem dieser coolen gelben Busse downtown. Wir werden vor einer Kathedrale abgesetzt und treffen dort auf unseren Führer. Es ist – für uns wohlgemerkt - frostig kalt. Dennoch sehe ich Mädels in kurzen Hosen und FlipFlops ohne Frostbeulen an den Füßen. Die Schuhe sind bestimmt mit Heizsohlen ausgestattet. Wir laufen in recht großer Runde durch die dunklen Straßen. In Innenhöfen oder an ehemaligen Grabstätten wird Halt gemacht und unser Führer erzählt eine gruslige Legende, die sich angeblich vor Jahren an diesen Orten zugetragen hat. Zum Beispiel soll man an der Stelle, wo sich mein Krankenhaus jetzt befindet, Knochen von verschwundenen Kleinkindern gefunden haben. Bloß gut, dass sich dort jetzt der Janeway (St. John’s Kinderklinik) befindet. Nach einer reichlichen Stunde hat der Spuk ein Ende und wir werden nach Hause chauffiert. Hoffentlich bekomme ich jetzt keine Alpträume…

Bild: Die gefährliche Pitcher-Plant liebevoll fotografiert von Sophie :-)


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