Freitag, 6. August 2010

Regentag

31. Juli 2010:
Wir geniessen ein verboten gutes Fruehstueck: Wassermelone, Kuchen, Muesli aller Art und frischer Orangensaft finden sich im perfekt ausgestatteten Haushalt.
Das Wetter hingegen sieht nicht sehr vielversprechend aus, als wir uns im Auto St. John's naehern. Wir machen einen Abstecher zum Farmer's Market. Dort werden selbst gebackene Kuchen, Gemuese, afrikanische oder indische Gerichte und selbstverstaendlich auch (tote) Huehner zum Verkauf angeboten. Wir entscheiden uns fuer ein Glas Patridgeberry-Marmeldae. Das naechste Mal kommen wir mit ordentlich Hunger vorbei um eine der lecker duftenden Pfannen zu probieren.
Wir sind uns immer noch nicht schluessig, ob wir den Irish Loop fahren oder ob es bei schlechter Sicht keinen Sinn macht. Wir gruebeln im Tim Hortons weiter. Nun faengt es richtig an zu schuetten, sodass wir ins GeoCenter fahren. Dort gibt es Gestein der naeheren und weiteren Umgebung zum Anfassen. Das Museum selbst ist teilweise direkt an den Signal Hill gebaut, im Keller wird eine Wand von Felsen gebildet. Persoenliches Highlight fuer mich ist allerdings die Titanic-Ausstellung. Wie allgemein bekannt, kollidierte das Schiff nur unweit (300 km oder so) suedlich von Neufundland mit einem fiesen Eisberg. Am Mistaken Point (suedlichster Zipfel von Neufundland) wurden die letzten Funksignale empfangen. Obwohl klar ist, was am Ende mit dem Luxusliner passiert, wirkt die Ausstellung keineswegs langweilig und abgedroschen. Viele Originalrequisiten aus dem Film sowie ein Titanicmodell schauen wir uns an. Am 18. August wird von St. John's die naechste Expedition zum Wrack starten. Schade, dass wir da schon weiterreisen, sonst wuerde ich fragen, ob ich mit auf Tauchgang darf...
Als wir nach vielen Stunden unter der Erde wieder die Koepfe nach draussen stecken, hat der Regen aufgehoert. Wir nutzen die wenigen sonnigen Stunden und unternehmen einen kleinen Abstecher nach Petty Harbour, einem malerischen Fischerdorf.
Fuer den Abend sind wir bei Amir zum BBQ eingeladen. Es gibt Reis mit Huehnchen und zwei schmackhafte Desserts. Wir verabreden uns mit Amir und Moazzes fuer den naechsten Tag. Obwohl beide schon ein ganzes Jahr in St. John's weilen, haben sie recht wenig was von der Insel gesehen. Das muss sich aendern!
Als es (mal wieder) zu troepfeln beginnt, machen wir uns im Highlander auf die Heimreise nach St. Philip's.

Mittwoch, 4. August 2010

Ab ins Kit(t)chen

30. Juli 2010:

Nach einer recht stuermischen Nacht (ich musste um 3 AM aufstehen um die Fenster zu schliessen) wache ich auf und blicke direkt auf Bell Island. Traumhaft! Da faellt das fruehe Aufstehen gar nicht mehr so schwer.
Sophie setzt mich direkt vorm Krankenhaushaupteingang ab, bequemer geht es nun wirklich nicht. Nach Visite und Kinderorthopaedie-Teaching zieht es mich wie gewohnt in die Fraktur-Sprechstunde. Diesen Freitag gibt sich Dr. Furey die Ehre und ist mit seinen ersten 40 Patienten puenktlich zum Mittagessen fertig. Seine Frau bringt Pizza fuer die ganze Klinik vorbei, mein Marmeladenbrot wird bis zum Feierabend im Spind auf mich warten muessen. Mit Garlic-Fingern und Veggie-Pizza im Bauch injiziere ich die naechsten Knie und schaue auf heilende Beinbrueche. Als sich halb 4 die Ambulanz dem Ende naehert, rufe ich meinen Shuttelservice an. Sophie liest mich in der Bibo auf und wir fahren zurueck zum Haus am Meer.
Dort angekommen, untersuchen wir unser neues Heim gruendlich, nutzen die Waschmaschine, machen uns mit der Musikanlage vertraut und weihen den Herd ein. Eine eigene Kueche zu haben ist schon was Feines! Im Kuehlschrank finden wir frische Putenbrust. Die passt doch perfekt zu unserem Reis!
Gut gesaettigt stylen wir uns fuer den Abend und fahren zu Katharina. Wir hoffen, das der Regen nach dem Zwischenstopp aufhoert. Nach einer Tasse Tee gehen wir in die Stadt zum Georgestreet-Festival. Das ist eines der vielen musikalischen Events, die jeden Sommer in St. John's stattfinden. Als erstes treffen wir auf Chris, unseren Sea-Kayak-Guide. Er kann sich doch tatsaechlich an unsere Namen erinnern. Unser Synchronpaddeln muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Er will uns ueberzeugen, das Partygelaende illegal durch eine Restaurantkueche zu stuermen. Die ganze Sache erscheint uns aber zu wagemutig und wir ziehen weiter. Es ist bereits nach 10 PM, die letzte Liveband spielt breits. Wir sparen den Eintritt (20 CAD) und setzen uns in eine Bar mit Fenstern zur Georgestreet. So koennen wir der Musik lauschen und werden nicht mal nass (es will einfach nicht aufhoeren zu regnen). Gegen Mitternacht brechen wir auf Richtung Kueste. Wir wollen eine lange, erholsame Nacht im idyllischen Hause O'Dea geniessen :-)

(Tage spaeter erfahren wir, dass Chris' Kuechenaktion tatsaechlich geglueckt ist.)

Dienstag, 3. August 2010

House Moving

29. Juli 2010:

Ein letztes Mal wache ich im lieb gewonnenen Hatcher House auf, am Abend werden wir ausziehen.

Gleich bei der Visite lasse ich mich fuer Dr. O'Deas Sprechstunde einteilen, damit die Schluesseluebergabe problemlos stattfinden kann. Ich sehe gerade meinen ersten (recht umfangreichen) Patienten, als die Residents anrufen. Sie brauchen mich dringend im OR. Ausgerechnet heute! Also tigere ich fix nach oben und haenge mich an den laedierten Patientenarm. Es gilt eine Humerustruemmerfraktur mit moeglichst vielen Naegeln und Platten zu richten. Puenktlich zur Lunchtime ist es vollbracht und ich sprinte wieder nach unten. Dort haelt Dr. O'Dea eines seiner beruehmten Teachings ab. Ich hoere aufmerksam zu und stelle ein paar kluge Fragen. Immer schoen Interesse bekunden, auch unter Zeitdruck :-) Meine Mission kann ich dennoch nicht erfuellen, der Schluessel geistert gerade mit Wonderful Wife durch die Klinik.

Der OR hat meine Muskelkraft auch fuer den naechsten Fall angefordert. Die ersehnte Schluesseluebergabe soll deshalb spaeter im OP stattfinden. Ich duese wieder nach oben, natuerlich ist die Anaesthesie noch nicht bereit und es vergeht eine gute Stunde, bis um 3 PM endlich gescrubt wird. Wir schrauben den Ex-Fix ab und beginnen mit der Wiederherstellung der knoechernen Beinstruktur. Praktischerweise muss nicht mehr viel geschnitten werden, die Tibia liegt ohnehin schon frei. Es wird gezogen, gebohrt, verplattet und natuerlich geroengt, was der Bildwandler hergibt. Ich habe mein linkes Auge zum Dr. O'Dea-Scan des Flurs abgestellt, um die Schluesseluebergabe ja nicht zu verpassen. Die Stunden eilen dahin, das Bein ist bald wieder als solches zu erkennen. Das Roentgenbild wird immer spektakulaerer. Gegen 7 naehe ich den Oberschenkel zu und wir uebergeben das restliche Chaos an die Plastics. Sehr beunruhigt versuche ich Sophie zu erreichen, mein Anruf ist nicht von Erfolg gekroent. Wo steckt sie nur und wo ist Dr. O'Dea? Ich will Dr. O’Dea anpagen (also anpiepsen) lassen, doch die Frau in der Zentrale weigert sich. Er ist nicht on call. Das weiss ich auch, sonst haette ich ja nicht die ganze Rennerei! Also zurueck in den OP, Mark suchen. Er hat gluecklicherweise die Handynummer auf seinem tragbaren Bildschirm (auf dieses technische Geraet ist er sehr stolz) und ich erreiche unseren Staff. Es stellt sich heraus, dass Dr. O’Dea den Schluessel zu Sophie ins St. Clares gebracht hat, als ich im Saal eingespannt war. Er entschludigt sich mehrfach, dass er mir keine Nachricht hat zukommen lassen und ich in Sorge war. Der Anruf tut mir fast schon wieder leid.

Mittlerweile geht es schon auf halb 8 PM zu, ich bin fix und alle und brauche Nahrung. Ich eile nach Hause und stopfe alle meine Sachen wild in Taschen und Beutel. Kurz darauf kommt Sophie abgekaempft aus dem Gym (ja, da haette ich auch sein wollen) und wir checken aus. Mit dem schwarzen Highlander geht es im Dunkeln nach St. Philips. Wir verfahren uns nur zwei Mal, dennoch ist es schon nach 10 PM, als wir unser Haus aufschliessen. Wir geniessen noch einen Gute-Nacht-Tee (aus dem pfeifenden Wasserkessel), bevor wir voellig erschlagen ins riesige Bett fallen.


Lieber Bein ab als arm dran

28. Juli 2010:

Die morgendliche Visite ist normalerweise unspektakulaer. Heute liegt ein neuer Patient im hintersten Zimmer. Er ist erst 20 Jahre und mir ist schleierhaft, was alle so einen Hokuspokus um ihn betreiben. Nach einem klaerenden Gespraech mit Kristina und einem Blick in die Akte bin ich schlauer. Ihn hat in Afghanistan eine Mine erwischt und schwer verletzt. Daraufhin wurde er zur Erstversorgung nach Deutschland geflogen. Ihm geht es nun besser und er konnte in seine Heimat zurueckverlegt werden – nach Neufundland. Mich schockieren seine Verletzungen: BKA links (Bein ab), zahlreiche Hauttransplantate und Narben am ganzen Koerper. Die Residents sind eher an seinem sozialen Background interessiert: Wie kann man denn mit 20 eine Verlobte haben, die zudem noch schwanger ist? Nach allem, was ich hier beobachtet habe, ist das durchaus normal. Die an der Diskussion beteiligten Aerzte sind selber fast alle mit ihrer High-School-Liebe verheiratet und haben ausreichend Kinder produziert. Haben die das vergessen? Amputationen von nicht-diabetischen Gliedmassen werden allgemein als nicht so dramatisch und diskussionswuerdig empfunden. Das zeigt auch der Besuch bei unseren Aussenliegern. Dort steht bei einem 21-jaehrigen mit Plexusparese die Amputation des Arms im Raum. Voellig unglaeubig frage ich, ob der Neurologe denn schon hinzugezogen wurde. Der Resident guckt mich erstaunt an: Was soll der denn machen? Plexus kaput ist endgueltig. Es haben doch zig psychologisch fundierte Studien belegt, dass fruehzeitige Amputationen direkt nach dem Trauma ein viel besseres Comming-Out haben, als wenn man noch Wochen zuwartet. Und Mark erzaehlt mir von all seinen Patienten, die jetzt gluecklich mit Prothese Fussball spielen. Irgendwie will mir das nicht so recht in den Kopf...

Um mich auf andere Gedanken zu bringen, gehe ich in die Klinik. Mit Dr. Hogan arbeite ich gerne in der Ambulanz zusammen. Er erinnert mich immer an einen alten Baeren: gross, breit und gemuetlich, ausserdem Suessigkeiten nicht abgeneigt. Er sorgt stets dafuer, dass eine reichhaltige Auswahl Tim Hortons-Leckereien den Weg in die Klinik finden. Ich denke, das beeinflusst das allgemeine Arbeitsklima nicht negativ. Ich verabschiede mich schon etwas eher aus dem Krankenhaus, um die letzten Formalitaeten fuer den bevorstehenden Umzug zu managen.

Zu Hause ueberrascht mich Sophie, die scheinbar noch zeitiger Schluss hatte. Das Internet hat sie wieder in Gang gesetzt, endlich sind wir wieder an die Aussenwelt angekoppelt.

Ich lasse die Daten unseres Aufenthaltes aendern und die zu viel gezahlte Miete rueckbuchen. Alles verlauft unproblematisch. Wie schoen, wenn alles einfach mal klappt.

Wir liegen super im Zeitplan, sodass wir uns schon gegen 6 PM auf den Weg zum (mittlerweile dritten) Besuch von „The Rooms“ machen. Diesmal lassen wir die ungewoehnliche Ausstellung „Shorelines“ auf uns wirken. Dort werden Foto-Video-Installationen und interaktive Klang-Arbeiten gezeigt. Sophie und ich komponieren tanzend ein eigenes Lied. Es klingt gar nicht so doof, wie manch einer vielleicht denkt. Die Eisbergbilder von Tara Bryan sind umwerfend. Gerne wollen wir sie fotodokumentieren, aber der Security riecht scheinbar unsere Plaene und laesst uns von da an nicht mehr aus den Augen.

In gewohnter Weise begiessen wir unseren kulturellen Input mit einem Hot Smoothie und laufen (ein letztes Mal?) ueber den Berg zurueck zum Hatcher House.


Das Haus am Meer

27. Juli 2010:
Dr. Rockwood ist für zwei ganze Wochen "off", demzufolge findet heute keine orthopädische Sprechstunde statt. Ohne Zeitdruck visitieren wir mehrere Stunden, nur durch ein kleines Morgen-Teaching unterbrochen. Die Dauer ist zum großen Teil den langen Reisezeiten zwischen den einzelnen Patientenbetten geschuldet, wir bewältigen geschätzte 10 km zu Fuß. Gegen 11 zieht unser ganzes Ortho-Team geschlossen in den OR. Dort soll ein unschuldiges, einzelnes Knie ersetzt werden. Bevor der große Zank um die heiß begehrten Assistenzplätze losbricht, bekunde ich mein Desinteresse. Ich darf im Gegenzug mein erstes eigenes Ortho-Konsil bestreiten. Ein älterer Herr ist mit einem geschwollenen Knie auffällig geworden. Ich erhebe also Anamnese und Status, kann mir aber keinen Reim darauf machen. Ich stelle den ganzen vertrackten Fall meinem Resident des Vertrauens vor und wir rätseln gemeinsam weiter. Als wir zu keiner befriedigenden Lösung kommen, stopfen wir den Konsilschein einfach in den hintersten Teil der Patientenakte. Der Fall ist somit bis auf weiteres (oder einen spontanen Geistesblitz) vertagt.
Zurück im OP verpasse ich um Haaresbreite eine Minitumorentfernung aus dem Deltoideus einer jungen Frau. Wäre ich tatsächlich präsent gewesen, hätten wir zu viert ihre zarte Schulter beäugt. Als Trost nimmt mich Dr. O'Dea (ja, genau DER) mit in den benachbarten Op-Saal. Auf das, was mich dort erwartet, bin ich nicht im Mindesten vorbereitet. Ich sehe zwei behaarte Beine, von den Leisten bis zu den Knien aufgeschnitten. Diagnose: nekrotisierende Fasziitis nach Fahrradunfall. Zu zweit pro Bein wird jetzt also Schadensbegrenzung betrieben. All das tote Muskelmaterial wird großflächig entfernt. Ich dachte, mittlerweile wäre ich robust, was solche Operationen angeht. Aber hier habe ich wirklich arg mit mir zu kämpfen. Ich bin heilfroh, dass es nach 2 Stunden vorbei ist, und ich endlich an die frische Luft komme. Ich weiß einmal mehr: (Unfall)Chirurgie ist nix für mich.

Zu Hause habe ich nur kurz Zeit, mich zu erholen. Denn schon halb 7 PM sammelt uns Dr. O’Dea am Krankenhausparkplatz ein. Wir fahren 20 Minuten Richtung Küste, die Häuser werden weniger, dafür aber umso beeindruckender. In St. Philips hat man einen fantastischen Blick auf Bell Island und den Ozean. O’Deas Haus macht da keine Ausnahme. Die Lage ist einfach der Wahnsinn! Wir bekommen eine Führung durch den Garten (mehrere Terrassen, Pool, kleiner Golfplatz) und das Haus (Billard- und Fernsehzimmer, 4 Bäder, Whirlpool, Fitnessraum) und danach Abendbrot. Jennifer O’Dea („his wonderful wife“) ist unglaublich sympathisch und die zwei Kids (beide klassisch irisch mit knallroten Haaren) sind goldig. Puppy Lucky, ein englischer Setter, ist ganz aufgeregt und muss zum Essen in seine Box. Er ist eben nicht so hervorragend erzogen wie die Tia :-) Dennoch sind wir uns einig: hier wohnt die perfekte Bilderbuchfamilie im Paradies. Wir erhalten genaueste Instruktionen, was wir beim Housesitting zu beachten haben: den gut gefuellten Kühlschrank erleichtern, per Auto die Insel erkunden, Party machen und die Zeit genießen. Ich glaube, das wird uns nicht sehr schwer fallen...


Disconnected

26. Juli 2010:
Der Montagmorgen beginnt eigenartig abgeschottet von der Außenwelt. Unser Internet ist scheinbar noch nicht ausgeschlafen. Ich gehe ohne den gewohnten e-Mail-Check aus dem Haus.
Auf Station bin ich (welch Wunder) mal nicht die Erste. Eine neue Residentin wartet ungeduldig auf den Beginn der Visite. Ich erkläre Kristina, dass die Woche hier immer so gechillt startet und dass wir in den nächsten 20 Minuten auch noch allein sein werden. Genau so ist es. Nach und nach treffen die anderen Residents ein und wir rounden sehr umfangreich. Mein „German Patient“ sieht gut erholt aus und will sich zeitnah nach Hause fliegen lassen. Chief Resident Mark gibt für die Heimreise seinen Segen, aber nicht für die Heparinspritze. Der Nutzen von Antikoagulanzien wäre bei Tibiaplateaufraktur nicht bewiesen. Ob Mathews deutsches Ärzteteam das genauso einschätzt? Ich denke, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen :-)
Nachdem unsere Abteilung abgegrast ist, geht es auf Besuch zu unseren Außenliegern. Das finde ich immer recht erfrischend. Meterlange Fixateur-Externe-Konstruktionen, sekundäre Plexusparesen und ganz plötzlich entdeckte Humerusfrakturen werden von uns begutachtet. Im Anschluss daran gehe ich mit Kristina auf "consult" in die Notfallambulanz (ER). Ein Hauttransplantet weigert sich seit 11 Jahren anzuwachsen und gerade heute soll es dafür eine orthopädische Ursache geben. Wir werfen einen Blick auf den Ellenbogen und das X-Ray, bevor wir den nächsten consult-Schein für die Plastic Surgery ausfüllen. Irgendwie erinnert mich unser Vorgehen stark an „House Of God“...
Am Nachmittag helfe ich wie gewohnt in der Outpatient-Sprechstunde. Dort sehe ich abwechselnd linke und rechte Knie. Eine erfolgreiche Injektion ist das Highlight des Tages.
Sophie kommt kurze Zeit nach mir nach Hause und wir gehen sporteln. Wir absolvieren brav unser ehrgeiziges Programm. Da am Abend das Internet immer noch funktionsuntüchtig ist, bleibt Zeit, mein englisches Buch („The Constant Gardener“) weiterzulesen. Seit 6 Wochen stecke ich auf Seite 30 fest...