Freitag, 6. August 2010

Mosquito-Attack

1. August 2010:
Wir starten mit Pancakes (oder Plinsen) und Apfelmus in den Sonntag. Was für ein Luxus! Und dafür haben wir keine Fertigmischung benutzt, wie’s hier üblich ist. Gegen 10 AM brechen wir auf und sammeln Moazzes, Amir und das transportable BBQ ein. Nachdem auch Katharina einen Platz im Auto gefunden hat, düsen wir auf dem Highway Richtung Westen. Wir biegen auf den Cape Shore Loop und stoppen im Salmonier Nature Park. Hier werden verletzte oder kranke Tiere aufgepäppelt und nach Möglichkeit zeitnah in die Freiheit entlassen. Obwohl es leicht nieselt, halten sich Karibus, Schneeeule und Nerze nicht im Schlafhäuschen versteckt. Das Moose ist scheinbar wasserscheu, jedenfalls lässt es sich nicht im Freigehege blicken.
An der Küste geht es weiter zu Cape St. Mary‘s, einem bekannten Vogelfelsen. Ein kleiner Pfad führt direkt am Meer zu den Brutstädten von 1000en Möwen. Mit Fernglas und Brutplatzkarte versuchen wir die verschiedenen Arten zuzuordnen, es gelingt nur mäßig. Aber mit großer Sicherheit finden sich einige Vertreter von Basstölpel, Trottellummen, Dreizehenmöwen oder Tordalks auf einem der zahlreichen Fotos.

Der Ozean ist unser stetiger Begleiter als unsere Fahrt zur Gooseberry Cove fortsetzen. Durch Katharina herrscht immer super Stimmung im Auto. Wie eine Jukebox kennt sie fast jeden Songtitel und schmettert einen Hit nach dem anderen. Nebenbei versuchen wir ein persisches Kinderlied zu lernen, scheitern aber schon an der ersten Zeile. Der Text ist zu einfach zu zungenbrecherisch! Der Himmel reißt auf und die Sonne verdrängt die Wolken, als wir den einsamen Strand erreichen. Wir werfen den Grill an, bevor wir im eiskalten Wasser wie die kleinen Kinder rumtoben. Am Ende sind wir alle ordentlich durchnässt. Maiskolben und Schweinerippchen landen ebenso auf dem Rost wie Tacos. Ein Stückchen hausgemachten Kuchen (Danke, wonderful wife!) gibt's als Dessert. In der Dämmerung wird die BlackFly-Plage unerträglich. Die Mücken stechen durch die Jeans durch, es ist unglaublich. Gegen Autan scheinen die Biester immun zu sein. Schnell packen wir unsere Picknick-Überbleibsel ins Auto und flüchten. Auf den ersten Metern Fahrt werden die blinden Passagiere wenig tierlieb beseitigt. Die Scheiben sollten wir demnächst mal von innen putzen…

Es beginnt bereits zu dämmern, als wir in Placentia eintreffen. Wir machen einen kurzen Tank- und Fotostopp und genießen den Blick zurück zur alten Furt. Die ganze Stadt ist von Seen und Bergen umgeben, typisch kanadisch eben (der Reim war nicht beabsichtigt).

Im Dunkeln fahren wir über den Highway No. 1 zurück nach St. John’s. Natürlich sind wir wachsam und halten nach nachtaktiven Elchen Ausschau. In der Stadt setzen wir unsere Mitstreiter ab und gegen 11 PM schaffen wir es mit einiger Mühe, unsere Haustür aufzuschließen.


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