Samstag, 14. August 2010

Whalewatching

9. August 2010:
Auch diesen Montag sind wir wieder "off". Mark hat es mir allerdings nicht mehr so leicht gemacht. Freitag erkläre ich ihm, dass ich zum Whalewatching einen freien Tag benötige. Er kontert und meint, wir könnten die Tour doch auch Samstag oder Sonntag machen. Ich erzähle ihm von unserem vollen Touriprogramm fürs Wochenende. Er ist immer noch nicht vollends überzeugt. Ich sollte doch meine letzten Tage in Neufundland lieber mit den Residents verbringen und (Achtung, Witz kommt erst jetzt) die Wale angucken, die oben auf Station liegen. Ich muss wirklich lachen und er gibt mir endlich den Tag frei. Puh, das war schon knifflig.
Aber es hat sich gelohnt. Der neufundländische Sommer zeigt sich von seiner besten Seite. Nachdem wir den Vormittag mit Organisation und Einkäufen zugebracht haben, brechen wir zum Killick Coast Loop auf. Über St. Thomas und Portugal Cove fahren wir nach Flatrock. Direkt am Meer (wo sonst) liegt dieses ruhige Fischerdorf. Am Wochenende sind scheinbar deutlich mehr Touris unterwegs, denn es gibt eine entsprechend große Picknick-Area. Heute sind wir dort ganz allein da. Wir halten an der berühmten Grotta an und fotodokumentieren was die kleine Kamera eben hergibt. Als „Grotta“ hätte ich eher die große Felsspalte im Wasser bezeichnet und keine überdimensionale Gottesandachtsstädte, aber was soll’s…

Wir setzen unseren Weg fort und gelangen nach Pouch Cove, auch wieder ein kleines beschauliches Fischerdorf. Mit nur mäßiger Fotoausrüstung (Sam ist heute auf Arbeit) verlangt es Sophie schon mehr Geschick ab, postkartentaugliche Motive auf SD-Karte zu bannen.
In Middle Cove würden wir gerne länger verweilen und am Strand liegen oder ins Wasser springen. Aber zum Relaxen haben wir auf der Rundreise mit den Jungs sicher noch Zeit. Wir wollen die Fahrt fortsetzen, als wir auf eine kleine Menschen- und Autoansammlung aufmerksam werden. Neugierig, was denn hier zu bestaunen ist, parken auch wir. Und siehe da, es tummeln sich einige Wale im Meer. Vom View Point aus hat man eine super Sicht und wir sehen nicht nur die vielen Spouts, sondern auch ein paar nasse Flossen. Mindestens 5 Wale tummeln sich in Küstennähe.
Die Zeit drängt, wir haben einen Termin mit den nächsten Meeressäugern um 4 PM. Auf der Strecke sammeln wir einen Tim Hortons-Kaffee ein und fahren nach Mobile. Wir haben bei einem kleinen Unternehmen die Tour gebucht. Mit nur 8 anderen Passagieren geht es auf den Ozean hinaus. Es schaukelt sehr und ich bereue, keine Vomex eingepackt zu haben. Wir sehen zahlreiche Puffins (süße fliegende Pinguine) und 2 Buckelwale. Trotz meiner Befürchtungen, schlägt sich mein (und Sophies) Magen tapfer. Wir können den Ausflug in vollen Zügen genießen.

Auf dem Heimweg stoppen wir fix bei Sam. Wir wollen die Jacke abholen, die wir am Abend vorher bei ihm vergessen haben. Er öffnet freudig die Tür, wir schwatzen und er überreicht uns 2 CDs mit einer breiten Auswahl an Canada-Musik. Beim Verabschieden bemerkt er ganz nebenbei, dass er die 10 CAD in eine der Taschen gesteckt hat. Endlich mal ein Mann, der mitdenkt :-) CD Nummer 1 hören wir sofort an und sind begeistert. Das wird unsere bevorstehende Canada-Rundreise musikalisch unwahrscheinlich aufwerten!

Den Abend lassen wir gemütlich bei Fish'n'Chips mit Blick aufs Meer ausklingen.


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