Nach einer recht stuermischen Nacht (ich musste um 3 AM aufstehen um die Fenster zu schliessen) wache ich auf und blicke direkt auf Bell Island.
Sophie setzt mich direkt vorm Krankenhaushaupteingang ab, bequemer geht es nun wirklich nicht. Nach Visite und Kinderorthopaedie-Teaching zieht es mich wie gewohnt in die Fraktur-Sprechstunde. Diesen Freitag gibt sich Dr. Furey die Ehre und ist mit seinen ersten 40 Patienten puenktlich zum Mittagessen fertig. Seine Frau bringt Pizza fuer die ganze Klinik vorbei, mein Marmeladenbrot wird bis zum Feierabend im Spind auf mich warten muessen. Mit Garlic-Fingern und Veggie-Pizza im Bauch injiziere ich die naechsten Knie und schaue auf heilende Beinbrueche. Als sich halb 4 die Ambulanz dem Ende naehert, rufe ich meinen Shuttelservice an. Sophie liest mich in der Bibo auf und wir fahren zurueck zum Haus am Meer.
Dort angekommen, untersuchen wir unser neues Heim gruendlich, nutzen die Waschmaschine, machen uns mit der Musikanlage vertraut und weihen den Herd ein. Eine eigene Kueche zu haben ist schon was Feines! Im Kuehlschrank finden wir frische Putenbrust. Die passt doch perfekt zu unserem Reis!
Gut gesaettigt stylen wir uns fuer den Abend und fahren zu Katharina. Wir hoffen, das der Regen nach dem Zwischenstopp aufhoert. Nach einer Tasse Tee gehen wir in die Stadt zum Georgestreet-Festival. Das ist eines der vielen musikalischen Events, die jeden Sommer in St. John's stattfinden. Als erstes treffen wir auf Chris, unseren Sea-Kayak-Guide. Er kann sich doch tatsaechlich an unsere Namen erinnern. Unser Synchronpaddeln muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Er will uns ueberzeugen, das Partygelaende illegal durch eine Restaurantkueche zu stuermen. Die ganze Sache erscheint uns aber zu wagemutig und wir ziehen weiter. Es ist bereits nach 10 PM, die letzte Liveband spielt breits. Wir sparen den Eintritt (20 CAD) und setzen uns in eine Bar mit Fenstern zur Georgestreet. So koennen wir der Musik lauschen und werden nicht mal nass (es will einfach nicht aufhoeren zu regnen). Gegen Mitternacht brechen wir auf Richtung Kueste. Wir wollen eine lange, erholsame Nacht im idyllischen Hause O'Dea geniessen :-)
(Tage spaeter erfahren wir, dass Chris' Kuechenaktion tatsaechlich geglueckt ist.)
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