8. August 2010:
Passend zum Sonntag frühstücken wir mal wieder Pancake-Plinsen. Dazu gibt es allerdings kein gewöhnliches Apfelmus, sondern Eis und Erdnussbutter. Jamjam.
Zu unserem heutigen Ausflug sind wir nur zu dritt: Tom traut sich mit seinem dicken Knie nicht aus dem Haus und lässt sich von seiner WG pflegen. Wir sammeln Sam vor seinem hübschen Reihenhaus downtown ein und fahren Richtung Bay Bulls.
Unser erstes Ziel ist der „ La Manche Provincial Park“. Bei ausgesprochen schönem Wetter wandern wir wenige Kilometer zu dem ehemaligen Dorf. 1966 befand sich an gleicher Stelle eine Siedlung, die dann aber durch einen fiesen Wintersturm zerstört wurde. Neben den Grundmauern kann man jetzt Campen oder gemütliche Grillabende veranstalten. Wir wandern ein weiter bis zur Doctor's Cove. Als Mediziner ist das ja wohl ein Muss! Früher war diese Bucht der Anlegeplatz des Provinzdoktors, erklärt uns später Frank (O‘Dea).
Da es herrlich warm ist, springen wir in den kleinen Tümpel nahe den Ruinen und schwimmen ein paar Runden. Im Gegensatz zur frostigen Wassertemperatur des Meeres, lässt es sich hier einige Minuten aushalten ohne zu bibbern.
Nach dieser willkommenen Abkühlung fahren wir weiter zum nächsten Ort: Ferryland. Hier gibt es historische englische Gärten und ausgebuddelte ehemalige Schmieden zu begutachten. Wir picknicken auf der Insel und entspannen bei herrlichem Sonnenschein. Glücklicherweise trocknet der Bikini schnell, sodass die lustigen Spuren auf dem T-Shirt bald verblassen. Wir wandern zum Leuchtturm, von wo aus man eine fantastische Sicht zurück aufs Land und den Ozean hat. Nur schwer kommen wir aus Ferryland wieder los.
Nach einem Fotostopp auf einer kleinen Anhöhe wird es noch schwerer: die Handbremse klemmt! Offensichtlich wurde die seit Jahren nicht mehr genutzt. Obwohl wir versuchen, alles wieder zu richten, stinkt es nach ein paar Kilometern stark nach verschmortem Gummi. Wir stoppen und begutachten den Schaden. Sam krabbelt unters Auto und versucht so ein bisschen zu manipulieren. Es nützt alles nichts, die Bremse will sich nicht recht lösen, die linke Hinter-Felge (so heißt doch das Metallteil im Reifen?) ist schon ganz heiß. Die Entscheidung fällt schwer, aber wir entschließen uns, den Irish Loop abzubrechen. Zu groß ist die Sorge um das geborgte Auto. Wir halten nach wenigen Kilometern erneut an und stellen erleichtert fest, dass der Gestank nachlässt und das Rad weniger heiß ist. Das Problem hat sich vielleicht doch gelöst.
Dennoch treten wir den Heimweg nach St. John's an. Wir schauen spontan auf dem Busker-Festival downtown vorbei, dort zeigen verschiedenste Straßenkünstler ihr Können. Vom Handpuppenspieler bin ich fast so begeistert wie von den knackigen Breakdancern :-) Da es erst um 7 PM ist und alle einen leichten Hunger verspüren, beschließen wir zu grillen. Sam lädt uns in sein Häuschen ein und wir legen Hühnchen und Süßkartoffeln auf den Rost. Es wird ein sehr schöner Abend, bei dem wir glatt vergessen die 10 CAD Benzingeld einzutreiben. Aber bei lecker Essen, neufundländischer Musik und Orangensaft kann das schon mal passieren…
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