Montag, 28. Juni 2010

Der (fast) perfekte Sonntag


27. Juni 2010:

Ausschlafen ist ja so was Feines! Keine Bauarbeiten, kein Wecker, keine Mövenschreie und auch kein Sonnenstrahl wecken uns, sodass wir fast das Deutschlandspiel verpassen! Ganz in unsere idyllische Traum-und Frühstückswelt versunken, rückt der Fußball in den Hintergrund. Aber irgendwann beschleicht uns doch ein ungutes Gefühl – hat Deutschland nicht verloren, als wir im Flieger saßen? Oh Gott – ja! Von Panik ergriffen beißen wir noch schnell in den Blaubeerbagel, schnappen die (Regen)jacken und hetzen los. Innerhalb von 25 min erreichen wir, in Rekordzeit, das „Duke“. Ein Jubel bricht los, als wir den Raum betreten. Mit so einem Empfang haben nicht mal wir gerechnet. Ok, die Freudentänze waren nicht nur unserem Anblick zu verdanken, sondern auch dem 1:0 für Deutschland. Mit Mühe schieben wir uns durch die Menge und ergattern einen Platz im deutschen Eck. Erst hier wird mir bewusst, dass keineswegs schwarz-rot-gold geflaggt ist, sondern britisch. Stimmt, der „Duke“ ist immerhin ein englisches Pub. So wird das 2:0 von den englischen Fans missmutig aufgenommen, das 2:1 euphorisch gefeiert und das Pseudotor angegrölt und auf den Schiri geschimpft. Es kommt zu kleinen Handgreiflichkeiten zwischen den gegnerischen Parteien, ein Pommesdiebstahl wurde beobachtet, sonst verhalten sich die Fans friedfertig. Am Ende sind sich alle einig: das bessere Team hat gewonnen.

Den Sieg feiern wir mit ein paar deutschen PJlerinnen in einem Cafe und schmieden dort auch gleich Pläne für das kommende verlängerte Wochenende. Es soll in den Gros Morne Nationalpark gehen. Am Donnerstag ist „Canada-Day“ und damit ohnehin Feiertag, den Freitag bekommen wir sicherlich für unseren Ausflug frei. Dummerweise werden wir dann das Spiel nicht verfolgen können. Vielleicht klappt es ja auch ohne unsere Unterstützung? Nach langem Hin und Her ist immer noch nichts wirklich geklärt, die kanadischen Handynummern werden ausgetauscht und die Besprechung auf den Abend vertagt. Im Regen machen wir uns auf den Weg (über den zeitraubenden Berg) zurück zum Hatcher House.

Den Abend nutzen wir, um endlich das Fitnessstudio zu besuchen. Nach einer halben Stunde auf dem Crosstrainer, rudern wir 1,5 km und kommen dem Fernseher (Was wird da wohl übertragen?) doch keinen cm näher. Wir toben uns an allerhand abenteuerlichen Geräten aus und schwimmen fast allein im integrierten Pool ein paar Bahnen. Nach 2 Stunden powern sind wir geschafft, aber hoch zufrieden mit unserer Leistung. Zur Belohnung genehmigen wir uns eine Dose Thunfisch mit Toast und ein Instant-Hühnersüppchen. Wenn das mal kein gelungener Tagesabschluss ist :-)

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